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08.02.2016

Wertschätzende Vergütung bei physiotherapeutischen Privatpreisen

Einladung zur Informationsveranstaltung am 16. März in Hannover – auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen!

Auf Grundlage der Beschlüsse auf unseren Mitgliederversammlungen der letzten zwei Jahre ist das Thema der leistungsgerechten Vergütung physiotherapeutischer Tätigkeiten auch bei den politischen Entscheidungsträgern angekommen. Ausgehend von unserer Kampagne 38,7 % mehr wert übernahmen viele Leitmedien unsere gemeinsame Forderung nach einer höheren und adäquaten Vergütung. Ob im Spiegel, in der Süddeutschen oder der Frankfurter Allgemeinen Zeitung – überall wurde unisono die Forderung des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK) wiederholt und verständlich dargestellt.

Sicherlich war es auch hilfreich, dass wir als Verband den bereits eingetretenen Fachkräftemangel glaubhaft darstellen konnten. Jeder Praxisinhaber weiß, wie schwer es heute ist, zusätzliche Physiotherapeuten einzustellen. Der Fachkräftemangel in der Physiotherapie ist keine Drohung für die Zukunft, sondern bereits Realität.

Die ersten positiven Ergebnisse im Bereich der ökonomischen Situation der Physiotherapeuten haben wir mit dem Versorgungsstärkungsgesetz, das zum 01.01.2016 in Kraft getreten ist, erreicht. Im ersten Schritt werden die Vergütungen sämtlicher Krankenkassen aneinander angepasst. Aktuell bedeutet dies, dass insbesondere die schlechteren Preislisten der Primärkrankenkassen (AOK, IKK, BKK und Knappschaft) an die Preislisten der Ersatzkrankenkassen angeglichen werden.

So schön diese erste Entwicklung ist, die im Laufe des Jahres 2016 greifen wird, so klar ist auch, dass die Anpassung nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Denn auch die Ersatzkrankenkassen vergüten physiotherapeutische Leistungen nicht so, dass die von uns mindestens geforderten 1,20 Euro je Behandlungsminute erreicht werden.

Die notwendigen Veränderungen der Rahmenbedingungen können wir aber nicht allein der Politik überlassen. Wir können und müssen in wichtigen Punkten selbst den Beweis antreten, dass die ökonomische Situation der Physiotherapeuten verbesserungswürdig und -notwendig ist.

Eines der zentralen Instrumente dafür sind die Privatpreise im Bereich der Selbstzahler und der Privatpatienten. In den letzten Jahren haben wir immer wieder darauf hingewiesen, dass wir es selbstverständlich jedem Praxisinhaber überlassen, wie er seine Privatpreise kalkuliert – über diverse Sachverständigengutachten haben wir aber längst belegt, dass in vielen Bereichen die sogenannten beihilfefähigen Höchstbeträge bestenfalls das untere Ende einer Vergütung darstellen können.

Die Erstattungssätze in der Beihilfe wurden von den Bundesländern und der Bundesregierung seit 12 Jahren nicht erhöht. Im Moment verdichten sich sogar die Hinweise, dass aufgrund der angespannten Haushaltssituation eine Absenkung der Beihilfesätze auf das Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr auszuschließen ist.

Für uns ist diese Situation politisch brisant. Wir werden in der politischen Diskussion immer wieder darauf hingewiesen, dass eine Berufsgruppe, die eine adäquate leistungsgerechte Vergütung fordert, wenig glaubwürdig ist, wenn sie dort, wo sie es selbst in der Hand hat – also bei den Privatpreisen – keinerlei Anstrengungen unternimmt, sich „besser zu verkaufen“. Wir wollen zusammen mit unseren Mitgliedern, aber auch mit Praxisinhabern außerhalb unseres Verbandes diese aus unserer Sicht unbefriedigende Situation im Jahr 2016 angehen.

Der erste Schritt wird eine umfassende Untersuchung über das Niveau der physiotherapeutischen Entgelte im Bereich der Selbstzahler und Privatpatienten sein. Ziel dieser Untersuchung soll sein, dass wir für alle Regionen in den vier Bundesländern des Nordverbundes auf Landkreis- und Stadtebene Nachweise erbringen können, wie sich die aktuellen Privatpreise darstellen.

Den Erfassungsbogen finden Sie hier zum Ausdrucken.

Da die meisten Krankenversicherungen ihren Privatpatienten die ortsübliche Vergütung schulden, ist dies eine adäquate Möglichkeit, für unsere Praxen nicht nur Rechtssicherheit, sondern insbesondere Prozesssicherheit für die uns anvertrauten Privatpatienten zu erlangen.

Wir wollen unsere Mitglieder und auch Praxisinhaber außerhalb unseres Verbandes umfassend informieren und eine Schwerpunktaktion für das Jahr 2016 initiieren.

Die ersten drei Informationsveranstaltungen in Hamburg, Bremen und Neumünster waren bereits ein großer Erfolg. Die nächste Veranstaltung zum Thema Privathonorare findet in Hannover statt. Wir laden Sie sehr herzlich ein, daran teilzunehmen:

am 16. März 2016 in Hannover

im DIAKOVERE Annastift

Festsaal im Marahrenshaus

Anna-von-Borries-Str. 1-7, 30625 Hannover

Beginn ist um 19:00 Uhr.

Wir gehen von einer großen Resonanz aus und bitten Sie deshalb, den hier abrufbaren Anmeldebogen auszufüllen und per E-Mail, per Telefax oder eine Kopie per Schneckenpost an die Geschäftsstelle zurückzusenden.

Wir werden auf den Veranstaltungen zunächst noch einmal kurz auf die Kampagne 38,7 % mehr wert und die aktuelle politische Entwicklung eingehen, um uns dann schwerpunktmäßig mit dem Thema Privathonorare zu beschäftigen.

Diese Aktion kann nur dann gelingen, wenn wir möglichst viele Praxisinhaber überzeugen können, dabei mitzumachen. Deshalb bitten wir Sie, liebe Mitglieder, ausnahmsweise Kopien dieser Einladung auch an Ihnen bekannte Praxisinhaber, die nicht in unserem Verband organisiert sind, weiterzureichen. Die Informationsveranstaltungen im Jahre 2016 stehen ausdrücklich auch Nicht-Mitgliedern offen, wobei natürlich unsere Mitglieder bei der Anmeldung bevorzugt behandelt werden.

Wir können nur den Rahmen vorgeben, die Umsetzung liegt bei Ihnen!


Heino T. Schumacher

(für den Vorstand)