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22.11.2017

Heilmittelinformationssystem veröffentlicht Zahlen für das erste Halbjahr 2017 – Umsatz- oder Verordnungsrückgänge werden nicht bestätigt!

Seit Jahren beobachten wir das Verordnungs- und Umsatzgeschehen in den Vertragsgebieten des ZVK-Nordverbundes auf der Grundlage der sogenannten HIS-Statistiken.

Die HIS-Statistiken werden in unregelmäßigen Abständen vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland veröffentlicht und basieren auf den von den einzelnen Krankenkassen übermittelten Daten. Diese Daten vergleichen wir dann immer mit den Informationen der großen Abrechnungsunternehmen, die für unsere Mitgliedspraxen die Abrechnungen realisieren. Auf der Grundlage der Abrechnungen erhalten wir dann in anonymisierter Form auf die einzelnen Vertragsgebiete bezogene Angaben zum Verordnungs- und Umsatzgeschehen in unseren Vertragsgebieten.

Zielvereinbarungen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein bleiben gefährlich!

Wir hatten berichtet, dass zwischen den kassenärztlichen Vereinigungen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein und den örtlichen Krankenkassen sogenannte Zielvereinbarungen zum Thema „wirtschaftliche Verordnungsweise“ vereinbart worden sind.

Wie wir alle wissen, führen „Neuerungen“ bei unseren ärztlichen Kolleginnen und Kollegen häufig zu Verwirrung und Desinformation und können schnell in einer Änderung des Verordnungsverhaltens ausarten.

Deshalb hatten wir unsere Mitglieder insbesondere in Schleswig-Holstein und Niedersachsen darum gebeten, uns Rückmeldungen zu geben, wenn regional eine Veränderung des Verordnungsverhaltens zu erkennen ist.

Wir haben uns sehr gefreut, dass wir diesbezüglich so gut wie keine Rückmeldungen erhalten haben. Die wenigen Rückmeldungen, die wir mit genauen Angaben bezüglich konkreter Ärzte in Niedersachsen und Schleswig-Holstein erhielten, können zusammen an einer Hand abgezählt werden. Das zeigt, dass wir in den betroffenen Regionen objektiv keine Probleme haben.

HIS-Statistik bestätigt positive Entwicklung

Mit langer Verzögerung wurden jetzt vom GKV-Spitzenverband die Zahlen für das erste Halbjahr 2017 veröffentlicht.

Insgesamt ist die Entwicklung in unseren Vertragsgebieten (Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) durchweg positiv. Dies ist auch deshalb von besonderer Bedeutung, da die guten Preisabschlüsse im Jahr 2017 in allen Vertragsgebieten des ZVK-Nordverbundes mehr oder weniger erst nach dem 01.07.2017 wirksam wurden, die deutlich positiven Preisentwicklungen also noch nicht in diese Statistiken bis zum 30.06.2017 eingepflegt sein können.

 

Die Entwicklung im Verhältnis zum gleichen Zeitraum 2016 stellt sich wie folgt dar:

Vertragsgebiet Bremen

Hier haben die Krankenkassen im ersten Halbjahr 2017 14,72 % mehr für Physiotherapie ausgegeben als noch 2016. Die Anzahl der Verordnungen stieg von 119.788 auf 130.400, mithin um 8,85 %. Der durchschnittliche Wert einer PT-Verordnung stieg von € 130,93 auf € 137,99, mithin um + 5,39 %.

Vertragsgebiet Hamburg

Im Vertragsgebiet Hamburg werden traditionell seit vielen Jahren die meisten Umsätze mit den höchsten Verordnungswerten erzielt. Trotzdem haben sich die Ausgaben im ersten Halbjahr 2017 verglichen mit dem ersten Halbjahr 2016 noch einmal um 5,87 % erhöht. Die Anzahl der Verordnungen stieg leicht um 2,31 %, der Wert einer Verordnung stieg von € 162,27 auf € 167,91, mithin um 3,47 %.

Vertragsgebiet Niedersachsen

Hier stiegen die Ausgaben im ersten Halbjahr 2017 um 5,14 %. Die Anzahl der Verordnungen stieg von 1.504.054 auf 1.512.023, mithin um 0,52 %. Der Wert einer Verordnung stieg von € 143,44 in 2016 auf € 150,03 im ersten Halbjahr 2017, mithin um 4,59 %.

Vertragsgebiet Schleswig-Holstein

Die Ausgaben der Krankenkassen stiegen im ersten Halbjahr 2017 zum Vergleichszeitraum 2016 um 4,32 %. Die Anzahl der Verordnungen stieg um 0,78 % von 601.840 (2016) auf 606.588 (2017). Der Wert einer Einzelverordnung Physiotherapie stieg von € 138,94 auf € 143,82, mithin um 3,51 %.

Hier sei noch einmal wiederholt, dass die positiven Auswirkungen des Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes in Form höherer Vergütungsabschlüsse im Jahr 2017 in dieser Betrachtung noch nicht enthalten sind. Aufgrund des Beginns der Laufzeit der meisten Vereinbarungen wird insbesondere im zweiten Halbjahr 2017 noch einmal mit sehr starken positiven Aufschlägen gerechnet.

Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden!