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17.11.2015

Gremiensitzungen am Wochenende in Köln mit Wahl der neuen Generalsekretärin und vielen wichtigen Themen!

Aufgrund der bestürzenden Ereignisse in der Nacht zum Samstag in Paris, haben die Delegierten der Gesamtvorstandssitzung den Samstag mit einer Schweigeminute für die Opfer und ihre Angehörigen begonnen. Im Anschluss standen aktuelle gesundheitspolitische Themen und Planungen für 2016 auf der Tagesordnung des Gesamtvorstandes.

 

Politik diskutiert über Abkoppelung von der Grundlohnsummenbindung
Durch ein Statement in der Anhörung zum E-Health-Gesetz im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages ist die geringe Vergütung der Physiotherapeuten in der Politik Gesprächsthema. Als Beispiel hierfür wurde in der Anhörung die nicht kostendeckende Vergütung für Hausbesuche angesprochen. Als Lösung ist eine Abkoppelung von der Grundlohnsummenbindung in der Diskussion. "Wir begrüßen sehr, dass die Politik damit eine unserer Kernforderungen aufgreift", betont Andrea Rädlein, Vorsitzende des Deutschen Verbandes für Physiotherapie. "Zur Abkoppelung von der Grundlohnsumme gehört für uns aber auch untrennbar eine Fristenregelung der Schiedsverfahren auf maximal sechs Monate, um die Heilmittelerbringer vor Hängepartien mit den Krankenkassen zu schützen", so die Vorsitzende. Es geht um die Patientenversorgung. Die Politik steht in der Verantwortung, für eine angemessene Vergütung von physiotherapeutischen Leistungen zu sorgen und damit die Patientenversorgung zu sichern. "In den kommenden zwei Wochen werden wir intensive Gespräche mit den Entscheidern führen", betont Andrea Rädlein.

PHYSIO-DEUTSCHLAND ist ein Verband für alle Physiotherapeuten

Die Tagesordnung der Gesamtvorstandssitzung hat wieder einmal gezeigt, dass PHYSIO-DEUTSCHLAND ein Verband für alle Physiotherapeuten ist. Neben den berufspolitischen Themen, die uns alle angehen, ging es unter anderem auch um die Geschäftsordnung unseres BundesStudierendenRates. Hier können Studierende von nun an bis zu fünf Jahren nach Exmatrikulation weiter in diesem Gremium aktiv sein. In drei Jahren will der Gesamtvorstand prüfen, ob diese Regelung dem BundesStudierendenRat beim Ausbau dieses Gremiums geholfen hat. Als weitere Maßnahme haben die Studierenden einen Entwurf eines Handbuches vorgestellt. Es liefert einen Überblick über Ansprechpartner und Aktivitäten der Nachwuchsarbeit in den einzelnen Landesverbänden und auf Bundesebene.

Bereits im September waren die Ergebnisse der Angestelltenumfrage Thema im Gesamtvorstand. In der Novembersitzung haben die Gesamtvorstandsmitglieder nun konkrete Maßnahmen für 2016 beraten und beschlossen. "Die Angestelltenumfrage hat in besonderem Maß die Bedürfnisse von Angestellten in Praxen offen gelegt. Deshalb werden wir hier 2016 einen besonderen Schwerpunkt setzen", erklärt Stefanie Fimm als zuständiges Vorstandsmitglied für die Angestelltenarbeit des Verbandes. "Gemeinsam mit den Landesverbänden ist es unser Ziel, Angestellte in Praxen zu erreichen und mit Informationen zu versorgen", betont Stefanie Fimm. Nach den positiven Rückmeldungen zu den beiden Veranstaltungen für Angestellte in Kliniken, wird es 2016 mindestens eine bundesweite Veranstaltung speziell für angestellte Kolleginnen und Kollegen geben, die in Praxen arbeiten. "Hier werden wir speziell auf deren Themenbedürfnisse eingehen", so die stellvertretende Vorsitzende.

Viele wissen gar nicht, was der Verband tut und wie sie sich beteiligen können. 2016 werden wir stärker hierzu informieren und zur Beteiligung aufrufen. Sobald das Datum für die erste Veranstaltung steht, werden wir es in allen unseren Medien, aber auch darüber hinaus bekannt machen.

Zahl der Veröffentlichungen deutlich gestiegen - Pressearbeit wird auch 2016 intensiv fortgeführt

Aktuell gab es im Jahr 2015 bereits mehr als 1.800 Veröffentlichungen in Zeitungen, Magazinen oder online, die den Nutzen der Physiotherapie mit direktem Bezug zu unserem Verband beschreiben. Die Reichweite liegt aktuell bei mehr als 34 Millionen. In immer mehr Artikeln spielen nun auch unsere schlechten Rahmenbedingungen und die zu geringe Vergütung eine Rolle. Gerade in den letzten Wochen gab es wieder Veröffentlichungen in der Stuttgarter Zeitung, der Ärztezeitung und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Gesamtvorstand hat beschlossen, dass wir diese Arbeit auch 2016 intensiv fortsetzen werden.

Außerordentliche Bundesdelegiertenkonferenz mit Wahl der neuen Generalsekretärin

Am Sonntag haben die Delegierten der außerordentlichen Bundesdelegiertenkonferenz Dr. Claudia Kemper zur neuen Generalsekretärin des Deutschen Verbandes für Physiotherapie gewählt. In ihrer Wahlrede betonte die Theologin, Physiotherapeutin und Gesundheitswissenschaftlerin ihren Gerechtigkeitssinn und ihren Veränderungswillen. Sie steht unter anderem für eine evidenzbasierte Patientenversorgung und dafür, dass Physiotherapeuten angemessen bezahlt werden müssen.

Von 2006 bis September 2013 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Sozialpolitik (ZES) der Universität Bremen in der Arbeitsgruppe „Versorgungsforschung im Bereich Arzneimittel und sonstige Leistungen“ tätig. Ihre Promotion im Jahr 2011 befasste sich mit der Gesundheitsversorgung Pflegebedürftiger nach Schlaganfall. Seit Oktober 2013 ist sie als Lehrkraft an der Medical School Hamburg im Department Therapiewissenschaften und seit Juni 2015 parallel als Physiotherapeutin in einer Praxis in Bassum tätig. Dr. Claudia Kemper wird ihre Tätigkeit im Verband Mitte Januar 2016 aufnehmen.